Ernst Reuter als Soldat beim Kartenspiel in der Etappe, 1915. LAB, E Rep. 200-21-01, Nr. 355, F 68.

Soldat und KPD-Funktionär

Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausgebrach, engagierte sich Ernst Reuter zunächst in dem von ihm mitbegründeten Friedensbund „Neues Vaterland“, der eine Verständigung zwischen den Feinden zum Ziel hatte. 1916 wurde Reuter zum Kriegsdienst einberufen. Im August 1916 geriet er schwer verwundet in russische Gefangenschaft.

In Russland wurde Ernst Reuter Zeuge der beiden Revolutionen von 1917. Der Sturz des Zaren und der Untergang der alten Ordnung führten bei ihm zu einer politischen Radikalisierung. Er schloss sich den Bolschewiki an. Aufgrund seiner organisatorischen Fähigkeiten und der russischen Sprachkenntnisse, die er sich während der Gefangenschaft aneignete, wurde die Kommunistische Partei auf den Deutschen aufmerksam.

Im April 1918 folgte seine Ernennung zum Volkskommissar der Wolgadeutschen Republik. Reuters Tätigkeit an der Wolga zielte darauf ab, die öffentliche Ordnung unter den Wolgadeutschen im Sinne der Kommunisten aufrechtzuerhalten und die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt zu unterstützen. Die Arbeit währte allerdings nur wenige Monate. Bereits zur Jahreswende 1918/19 kehrte Ernst Reuter nach Deutschland zurück. Hier trat er der neu gegründeten KPD bei. 1921 wurde er zum Generalsekretär der Partei gewählt.