Ernst Reuter mit seinen drei Kindern Gerd Harry, Edzard und Hella, 1931. LAB, E Rep. 200-21, Nr. 192, F 199.

Kommunalpolitiker in der Weimarer Republik

Aufgrund interner Streitigkeiten um den politischen Kurs gehörte Ernst Reuter der KPD-Führung nur kurze Zeit an. Bereits im Januar 1922 wurde er aus der Partei ausgeschlossen. In der Folgezeit orientierte er sich erneut in Richtung der Sozialdemokratie. Nach einer Tätigkeit als Redakteur für Kommunalpolitik bei der Parteizeitung der SPD, dem „Vorwärts“, wurde Ernst Reuter im Oktober 1926 zum Berliner Stadtrat für Verkehr gewählt. In diesem Amt hatte er großen Anteil an der Gründung der „Berliner Verkehrs AG“ (BVG) im Jahr 1928, des damals größten Nahverkehrsunternehmens der Welt. Reuter konnte seine bisherigen kommunalpolitischen Überlegungen in die Stadtplanung und Verkehrspolitik der rasch wachsenden Metropole einbringen. Auch die Erweiterung des städtischen S- und U-Bahnnetzes fiel in seinen Aufgabenbereich.

Wenige Jahre später bot sich ihm eine neue Herausforderung: Von 1931 bis 1933 amtierte Ernst Reuter als Oberbürgermeister von Magdeburg. Dort versuchte er, an die in Berlin gesammelten Erfahrungen anzuknüpfen. Gegen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und den Aufstieg der Nationalsozialisten konnte Reuter, der die Weimarer Republik mit großer Leidenschaft verteidigte, allerdings nicht bestehen.