Im Magazin. Foto: Thomas Platow, LAB.

Ernst Reuter und das türkische Städtewesen

Forschung und Lehre im Exil 1936-1946

Ein Werkverzeichnis

Projektleitung:
Prof. Dr. Heinz Reif, Prof. Dr. Dorothee Brantz
Projektdauer:
Juli 2011 bis Juni 2012
Beteiligte Partner:
  • TU Berlin, Center for Metropolitan Studies (CMS)
  • Prof. Dr. Nesrin Algan, Ernst Reuter Center for Urban Studies , University of Ankara, Faculty of Political Science
  • Prof. Dr. Aysegül Mengi, Chair Urban and Environmental Studies, University of Ankara, Faculty of Political Science
  • Prof. em. Dr. Rusen Keles, University of Ankara, Faculty of Political Science (Beratung)

In Ernst Reuters Biografie ist die Geschichte seines türkischen Exils, in dem er aufgrund seiner Sprachbegabung schon früh in türkischer Sprache lehrte und publizierte, noch weithin eine terra incognita. Reuter hat in der Türkei, insbesondere seit der Übernahme einer Professur für Kommunalpolitik an der damaligen Hochschule für Politische Wissenschaften in Ankara 1938, kontinuierlich und außerordentlich produktiv zum türkischen Städtewesen geforscht und publiziert. 1939 wurde er von deren Direktor, Emin Erisirge, beauftragt, für die Hochschule ein Institut für türkische Stadtforschung zu entwerfen. Dieses wurde 1953 als Ernst Reuter Center for Urban Studies der Hochschule für Politische Wissenschaften, Ankara gegründet.

Mit seinen pragmatischen munizipalsozialistischen Positionen, die auf seinen Erfahrungen als Verkehrsdezernent im Berlin der zwanziger Jahre und als Oberbürgermeister von Magdeburg 1931-1933 gründeten, hat Reuter der kemalistisch-zentralistischen Modernisierung der Türkei durch eine „Reform von oben“ auf dem Feld der Stadtentwicklung nachhaltig wirksame Orientierungen vermittelt.

Ziel des Projekts ist es, die einschlägigen Bestände von Bibliotheken und Archiven in Ankara und Istanbul zu sichten und ein Werkverzeichnis zu erarbeiten, das mit Abstracts in deutscher, türkischer und englischer Sprache Reuters Publikationen, Reden und Vorlesungen der historischen Forschung zugänglich macht.