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Hier finden Sie eine Auswahl unserer laufenden und abgeschlossenen Projekte.

Ein Verkehrsmittel verändert die Stadt.
Berlin und die Anfänge der U-Bahn

Die U-Bahn prägt das Verkehrsleben sowie das Stadtbild Berlins. Mit jährlich 572 Millionen Fahrgästen (2021) bewältigt sie einen wichtigen Teil des Personennahverkehrs und ist aus dem Alltag in der Großstadt nicht mehr wegzudenken. Dabei wird schnell vergessen, dass Vieles von dem, was wir täglich nutzen, auf eine lange Geschichte blickt, die bis ins späte 19. Jahrhundert zurückreicht.

Übergang von der Hochbahnstrecke zur Untergrundbahn in der Kleiststraße, 1904.
Übergang von der Hochbahnstrecke zur Untergrundbahn in der Kleiststraße, 1904.

Bildnachweis »© Landesarchiv Berlin, F Rep. 290, Nr. II 3370 (Waldemar Titzenthaler).

Walther Schreiber

Nach dem überraschenden Tod Ernst Reuters und dem Auseinanderbrechen der Regierungskoalition übernahm der CDU-Politiker Walther Schreiber im Oktober 1953 als Nachfolger Reuters das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin. Über Schreiber, dessen politische Karriere bereits in der Weimarer Republik begann, ist heute nicht viel bekannt. Im Rahmen des Rechercheprojekts wurde eine umfangreiche Materialsammlung zusammengestellt, die die vielfältigen Tätigkeiten dieses verdienten Demokraten dokumentiert. Für das Jahr 2022 ist eine Publikation geplant.

Walther Schreiber, 1953.
Walther Schreiber, 1953.

Bildnachweis »© Landesarchiv Berlin, F Rep. 290, Nr. 0028738 (Gert Schütz).

Ernst Reuter in der berlinHistory App

Die berlinHistory App bietet die Möglichkeit, der Vergangenheit verschiedenster Orte in der deutschen Hauptstadt nachzuspüren. Berliner Geschichte, die jederzeit und überall bequem über das eigene Smartphone abgerufen werden kann. Der Themenlayer „Stiftung Ernst-Reuter-Archiv“ veranschaulicht mit geführten Audiotouren und historischem Bildmaterial Ernst Reuters Leben in Berlin.

Ernst Reuter in der BerlinHistory app

Richard von Weizsäcker und die deutsche Politik

Als Regierender Bürgermeister (1981–1984) wurde er zur Identifikationsfigur der Berlinerinnen und Berliner; als Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland (1984–1994) erwarb er sich im In- und Ausland großes Ansehen: Richard von Weizsäcker gilt bis heute als der beliebteste Bundespräsident der Geschichte. Anlässlich seines 100. Geburtstags richtete die Stiftung Ernst-Reuter-Archiv gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im März 2021 eine Veranstaltung aus. Ein nachfolgender Sammelband wird sich aus fachhistorischer Perspektive mit den unterschiedlichen Facetten der Persönlichkeit Weizsäckers sowie mit seinem politischen Wirken beschäftigen.

Bundespräsident a.D. Richard von Weizsäcker
Richard von Weizsäcker, 1994.

Bildnachweis »© Landesarchiv Berlin, F Rep. 290, Nr. 0356958 (Barbara Esch-Marowski).

„Wo uns der Schuh drückt“ – Ernst Reuter auf Sendung

Am 18. November 1951 wurde die erste Folge der Reihe „Wo uns der Schuh drückt“ im RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) ausgestrahlt. Ziel der 14-tägig produzierten Radiosendung sei es, so erklärte Ernst Reuter als Regierender Bürgermeister von Berlin in der Debütausgabe, „die täglichen kleinen Nöte und Sorgen, die uns alle bewegen, […] zu besprechen und zu sagen, was wir tun können, was wir nicht tun können und wie ich selber aufgrund meiner Kenntnis der Zusammenhänge die Lage beurteile.“ Die Aufnahmen sind ein überaus spannendes Zeugnis nicht nur der politischen Einschätzungen Reuters, sondern auch der Stimmung der Berliner Bevölkerung, auf deren Zuschriften der Bürgermeister reagierte.

Cover der Schallplatte „Wo uns der Schuh drückt“ aus dem Jahr 1989. Zu hören sind vier Ausgaben der Sendung und fünf weitere Reden Reuters.
Cover der Schallplatte „Wo uns der Schuh drückt“ aus dem Jahr 1989. Zu hören sind vier Ausgaben der Sendung und fünf weitere Reden Reuters.

Kommunale Verwaltung und transatlantische Begegnung

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten die Großstädte Europas und Nordmamerikas ein rasantes Bevölkerungswachstum, das in der Geschichte bis dahin ohne Beispiel war. Über die damit verbundenen Herausforderungen für die munizipale Verwaltung tauschten sich Experten grenzübergreifend auf internationalen Konferenzen, auf Ausstellungen, bei Studienreisen und in der Publizistik intensiv aus. Das Forschungsprojekt geht den vielfältigen Spuren dieses transatlantischen Fachaustausches nach.

Vortragsprogramm der Bostoner Handelskammer u.a. mit Berichten über europäische Städte, 1911.
Vortragsprogramm der Bostoner Handelskammer u.a. mit Berichten über europäische Städte, 1911.

Bildnachweis »©University of Chicago, Special Collections Research Center.

Hanna Reuter. Eine biografische Annäherung

Im Landesarchiv wird nicht nur der Nachlass Ernst Reuters, sondern auch der seiner zweiten Frau Hanna Reuter (1899–1974) verwahrt. Seit ihrer Heirat im Jahr 1927 stand Hanna Reuter fest an der Seite ihres Mannes; nach seinem frühen Tod fungierte sie als Treuhänderin und Bewahrerin seines geistigen und politischen Erbes. Die Historikerin Merle Büter erforschte 2015 bis 2017 erstmals systematisch die Biografie Hanna Reuters. Ihr Fazit: „Sie hat ihr Leben ganz in den Dienst ihres Mannes gestellt.“  

Hanna Reuter, 1927. Auf einem Stuhl sitzend.
Hanna Reuter, 1927.

Bildnachweis »© Landesarchiv Berlin, E Rep. 200-21 (Fotos), Nr. 109.

Der Kommunist Ernst Reuter

Dass Ernst Reuter als bekannter SPD-Politiker eine kommunistische Vergangenheit hatte, überrascht viele. Nachdem erbereits während des Ersten Weltkriegs mit den Ideen des Bolschewismus in Berührung gekommen war, gehörte Reuter vier Jahre lang als Funktionär der Kommunistischen Partei Deutschlands an. Diese Episode seines Lebens ist in der Forschung nicht unbekannt, aber die Quellenlage war bisher sehr begrenzt. Im Rahmen des Projekts wurde in russischen und deutschen Archiven nach Materialien gesucht, die diese Periode in Reuters Biografie dokumentieren. Somit wurde die Quellengrundlage für die biografische Forschung um einen wichtigen Aspekt erweitert.

Die Schrift „Zur Krise unserer Partei“, die Reuter 1921 unter seinem Decknamen Friesland verfasste, erschien wenige Wochen vor seinem Ausschluss aus der KPD.

Ernst Reuter und das türkische Städtewesen

Elf Jahre seines Lebens verbrachte Ernst Reuter in der Türkei, acht davon arbeitete er als Professor für Kommunalpolitik an der damaligen Hochschule für Politische Wissenschaften in Ankara. In dieser Zeit bildete er nicht nur eine ganze Generation türkischer Stadtplaner aus, sondern verfasste auch zahlreiche Artikel, hielt Vorträge und schrieb Bücher – alles auf Türkisch. Im Rahmen des Projekts „Ernst Reuter und das türkische Städtewesen“ konnten rund 80 Zeugnisse von Reuters Wirken in den Jahren 1938 bis 1946 zusammengetragen und der historischen Forschung zugänglich gemacht werden.

Deutsch-türkische Ausgabe von „Bedeutung und Probleme der Kommunalwirtschaft“ aus dem Jahr 1941.
Deutsch-türkische Ausgabe von „Bedeutung und Probleme der Kommunalwirtschaft“ aus dem Jahr 1941.

Bildnachweis »© Thomas Platow, Landesarchiv Berlin.

↑ Bildnachweis Headerbild© Thomas Platow, Landesarchiv Berlin.